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Website Relaunch ohne Rankingverluste: So bleiben eure Google-Platzierungen erhalten

Die meisten Websites verlieren beim Relaunch Sichtbarkeit, weil Weiterleitungen und Inhalte nicht sauber mitgenommen werden. Diese Checkliste zeigt, wie ihr eure Rankings schützt.

Till Wadehn6 min Lesezeit
Grafik mit dem Titel Website Relaunch ohne Rankingverluste

Eine neue Website geht online, alle freuen sich über das frische Design, und vier Wochen später kommen plötzlich keine Anfragen mehr über Google. Dieses Muster sehen wir regelmäßig, wenn Firmen mit einem Relaunch zu uns kommen, der schiefgelaufen ist. Die gute Nachricht: Rankingverluste beim Relaunch sind fast immer vermeidbar. Man muss nur wissen, woran sie entstehen.

Warum Rankings beim Relaunch verloren gehen

Google bewertet nicht eure Website als Ganzes, sondern einzelne URLs. Jede Unterseite hat sich ihre Platzierung über Jahre aufgebaut: durch Inhalte, interne Verlinkung und Links von anderen Websites. Beim Relaunch passieren typischerweise drei Dinge, die diese Historie zerstören:

  1. URLs ändern sich ohne Weiterleitung. Aus /leistungen/beratung.html wird /angebot/beratung, und die alte Adresse liefert einen 404-Fehler. Für Google ist die Seite damit weg, inklusive aller Rankings und Backlinks, die auf sie zeigten.
  2. Inhalte werden gekürzt oder gelöscht. Die neue Seite ist aufgeräumter, aber der Text, für den die alte Seite rankte, ist nur noch halb so lang oder ganz verschwunden.
  3. Technik verschlechtert sich unbemerkt. Die neue Seite lädt langsamer, Überschriften sind nur noch Design-Elemente statt echter H1 und H2, oder das Entwicklungssystem ging mit einem Noindex-Hinweis live.

Alle drei Punkte lassen sich vor dem Go-live abfangen. Der Rest dieses Artikels ist die Checkliste dafür.

Schritt 1: Bestandsaufnahme vor dem Relaunch

Bevor irgendjemand die neue Website baut, braucht ihr ein vollständiges Bild der alten. Drei Quellen reichen:

  • Google Search Console: Welche Seiten bekommen Impressionen und Klicks? Für welche Suchbegriffe? Exportiert die Daten der letzten 12 Monate, nicht nur der letzten Wochen, sonst übergeht ihr saisonale Seiten.
  • Vollständige URL-Liste: Alle indexierten Seiten, zum Beispiel über die Sitemap, einen Crawler wie Screaming Frog oder notfalls die Site-Abfrage bei Google (site:euredomain.de).
  • Backlinks: Welche fremden Websites verlinken auf welche eurer Unterseiten? Die verlinkten Seiten sind eure wertvollsten, denn Backlinks lassen sich nicht einfach neu beschaffen.

Das Ergebnis ist eine Tabelle: jede alte URL, ihr Traffic, ihre wichtigsten Suchbegriffe, ihre Backlinks. Diese Tabelle ist das wichtigste Dokument des ganzen Relaunchs.

Schritt 2: URL-Mapping und 301-Weiterleitungen

Jetzt bekommt jede alte URL ein Ziel auf der neuen Website. Das nennt sich URL-Mapping, und dabei gelten klare Regeln:

  • 1:1 statt pauschal. Jede alte Seite leitet auf ihre inhaltliche Entsprechung weiter, nicht auf die Startseite. Eine Sammelweiterleitung aller alten URLs auf die Homepage wertet Google als Soft-404, und die Rankings der Unterseiten verfallen trotzdem.
  • 301, nicht 302. Eine 301-Weiterleitung sagt Google: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen, bitte übertrage die gesammelte Historie. Eine 302 bedeutet nur vorübergehend und überträgt im Zweifel nichts.
  • Keine Ketten. Wenn A auf B weiterleitet und B auf C, geht unterwegs Signalstärke verloren. Jede alte URL soll in einem einzigen Schritt am Ziel sein. Das gilt auch für Weiterleitungen aus früheren Relaunches, die noch im System liegen.
  • Entfällt eine Seite ersatzlos, leitet sie auf die thematisch nächstgelegene Seite weiter. Gibt es keine, ist ein sauberer 404 oder 410 ehrlicher als eine erzwungene Weiterleitung.

Wenn die URLs beim Relaunch gleich bleiben können, ist das übrigens die beste aller Lösungen. Jede Weiterleitung ist nur die zweitbeste Option gegenüber einer URL, die sich gar nicht erst ändert.

Schritt 3: Inhalte mitnehmen, nicht neu erfinden

Beim Relaunch ist die Versuchung groß, alle Texte neu und kürzer zu schreiben. Für Seiten, die ranken, ist das riskant. Google hat die alte Seite für einen bestimmten Inhalt platziert. Verschwindet der Inhalt, verschwindet das Ranking, auch wenn die URL per Weiterleitung erhalten bleibt.

Praktisch heißt das:

  • Top-Seiten identifizieren (aus der Bestandsaufnahme) und deren Inhalte weitgehend übernehmen: Themen, Zwischenüberschriften, Begrifflichkeiten, Antworten auf konkrete Fragen.
  • Title und Meta-Description der rankenden Seiten nicht ohne Grund umschreiben.
  • Interne Verlinkung erhalten. Wenn die alte Website von vielen Stellen auf eine wichtige Leistungsseite verlinkte, sollte die neue das auch tun. Interne Links sind eines der stärksten Signale, das ihr selbst in der Hand habt.
  • Verbessern ist erlaubt, aber als Ergänzung statt Ersatz: aktuellere Zahlen, bessere Struktur, zusätzliche Abschnitte.

Schritt 4: Die technischen Klassiker prüfen

Diese Punkte klingen banal und sind trotzdem die häufigsten Ursachen für Totalverluste nach dem Go-live:

  • Noindex entfernen. Entwicklungsumgebungen sind richtigerweise für Google gesperrt. Geht diese Sperre mit live, verschwindet die komplette Website aus dem Index. Am Launch-Tag als Erstes prüfen.
  • robots.txt kontrollieren: Blockiert sie Verzeichnisse, die indexiert werden sollen?
  • Canonical-Tags: Jede Seite soll auf sich selbst zeigen, nicht auf die Testumgebung oder die alte Domain.
  • XML-Sitemap mit den neuen URLs erzeugen und in der Search Console einreichen.
  • Strukturierte Daten (etwa für lokale Unternehmen, FAQs oder Artikel) von der alten Seite übernehmen oder neu einbauen.
  • Ladezeit vergleichen. Die neue Website sollte in den Core Web Vitals mindestens so gut abschneiden wie die alte. Ein Relaunch, der die Seite langsamer macht, startet mit Handicap.

Schritt 5: Launch und die Wochen danach

Der Go-live ist nicht das Ende, sondern der Beginn der Überwachungsphase:

  1. Direkt nach dem Launch: Stichproben der wichtigsten alten URLs aufrufen. Leiten sie korrekt weiter? Antwortet die neue Seite mit Status 200? Ist das Noindex weg?
  2. Sitemap einreichen und in der Search Console die Indexierung der wichtigsten Seiten einzeln anstoßen.
  3. Erste zwei Wochen: Täglich die Search Console prüfen. Steigen die 404-Fehler? Dann fehlen Weiterleitungen, die ihr jetzt noch nachziehen könnt, bevor Rankings verfallen.
  4. Wochen zwei bis acht: Rankings und Klicks mit den Werten vor dem Relaunch vergleichen. Kleinere Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, weil Google die Website neu bewertet. Was nicht normal ist: einzelne Top-Seiten, die dauerhaft aus den Top 20 fallen. Dort gezielt nachsehen, ob Inhalt, Weiterleitung oder interne Verlinkung das Problem ist.

Wie viel Schwankung ist normal?

Auch beim saubersten Relaunch bewertet Google die Website neu. Ein vorübergehender Rückgang von wenigen Prozent über zwei bis vier Wochen ist kein Grund zur Panik. Alarmzeichen sind dagegen: Verluste über 20 Prozent, die nach vier Wochen nicht zurückkommen, stark steigende 404-Zahlen in der Search Console oder wichtige Seiten, die aus dem Index verschwinden. In diesen Fällen lohnt sich eine systematische Prüfung, je früher, desto mehr lässt sich retten.

Checkliste zum Abhaken

  1. Alle alten URLs, Rankings und Backlinks dokumentiert
  2. URL-Mapping: jede alte URL hat ein 1:1-Ziel
  3. 301-Weiterleitungen eingerichtet, ohne Ketten
  4. Inhalte und interne Links der Top-Seiten übernommen
  5. Noindex, robots.txt und Canonicals geprüft
  6. Sitemap eingereicht, strukturierte Daten vorhanden
  7. Ladezeit mindestens auf altem Niveau
  8. Monitoring für die ersten acht Wochen eingeplant

Fazit: Planung schlägt Reparatur

Rankingverluste beim Relaunch entstehen nicht durch Pech, sondern durch fehlende Vorbereitung. Wer vor dem Go-live eine Bestandsaufnahme macht, jede URL sauber weiterleitet und die Inhalte der rankenden Seiten respektiert, behält seine Sichtbarkeit. Die Reparatur im Nachhinein ist dagegen mühsam, und manche verlorene Platzierung kommt nie zurück.

Ihr plant einen Relaunch und wollt die Platzierungen nicht riskieren? Wir übernehmen Website-Relaunches mit Ranking-Schutz inklusive URL-Mapping, Weiterleitungen und Überwachung nach dem Start. Wenn ihr erst einmal wissen wollt, wo eure Website heute steht: Der kostenlose SEO-Check liefert in 30 Sekunden eine erste Einschätzung. Und falls ihr noch unsicher seid, ob überhaupt ein Relaunch nötig ist, hilft unser Artikel über die 5 Anzeichen, dass eure Website einen Relaunch braucht.

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